02.08.2017
Irem Nur Yildiz: Mein FSJ bei Asyl in der Kirche Berlin e.V.

Seit dem 12. September 2016 war ich als Freiwillige bei Asyl in der Kirche Berlin e.V. aktiv.

Während meiner ersten Wochen bei Asyl in der Kirche hatte ich die Chance, mich über das Konzept Kirchenasyl in Deutschland zu informieren, was für mich völlig neu war. Nebenbei habe ich auch die Arbeit in unserer Beratungsstelle kennengelernt. Hierher kommen Flüchtlinge wenn sie Hilfe brauchen. Durch meine Zeit dort habe ich viele Aspekte über Migration in Deutschland kennengelernt. Ich finde es sehr interessant, in der Beratungsstelle die vielen unterschiedlichen Geschichten von Flüchtlingen zu hören.

In meinem Freiwilligenjahr habe ich die Geschäftsstelle von Asyl in der Kirche unterstützt und habe viel Büroarbeit gemacht. Dadurch habe ich gesehen wie alles im Büro funktioniert, war an der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen beteiligt, habe an Meetings teilgenommen und habe an Seminaren, Workshops und Konferenzen teilnehmen können.

Ich schätze mich sehr glücklich, weil ich an der Veranstaltung “Beyond Europe” teilnehmen konnte, die durch die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche ausgerichtet wurde. Ich persönlich fand den Workshop “EU-Türkei Deal” sehr interessant, da ich viele neue Aspekte gelernt habe.

Ich habe in meiner Freizeit an Theaterworkshops mit Flüchtlingsfrauen teilgenommen. Das Konzept war “Kommunikation ohne Sprache” und dort habe ich erfahren, dass es möglich ist, auch ohne Sprache zu kommunizieren, was ich sehr toll fand.

Ab Anfang 2016 kam die ehemalige Geschäftsführerin aus ihrer Elternzeit wieder und meine Aufgaben im Verein haben sich etwas verändert. Nun hatte ich zwei Mentorinnen, was auf der einen Seite mehr Organisation im Team bedeutete, auf der anderen Seite aber auch mehr Aufgaben und Möglichkeiten in der Arbeit eröffnete:
Da ich sehr gerne schreibe, übernahm ich die Verantwortung für unseren Newsletters, der alle zwei Monate veröffentlicht wird. Ich war verantwortlich für das Layout und auch den Inhalt – meine Beiträge bestanden aus Interviews mit UnterstützerInnen und Menschen im Kirchenasyl, Berichte über Veranstaltungen und meiner Freiwilligenarbeit. Diese sogenannte ‚Journaling‘ war für mich sehr interessant, da ich in der „Beobachter“ -Position war, die mich lehrte, etwas objektiv zu erzählen.

Seit April 2017 habe ich eine Familie aus der Türkei begleitet, die eine Zeitlang im Kirchenasyl war. Die Familie braucht jemanden, der ihnen bei der Kommunikation hilft, da sie kein Deutsch sprechen. Ich übersetzte, begleitete zu Ärzten und unterstützte bei alltäglichen Fragen. Es fühlte sich immer wie eine große Verantwortung an, da ich die einzige Person war, mit der sie direkt sprechen konnten. Am Ende meines Freiwilligendienstes wird es mir schwer fallen, von der Familie Abschied zu nehmen.

In Zukunft hoffe ich einen Job zu bekommen, in dem ich mit Flüchtlingen arbeiten kann. Mit den Erfahrungen, die ich hier in Deutschland gemacht habe, kann ich die Situation in der Türkei besser einschätzen.

Ich möchte mich bei all meinen KollegInnen im und außerhalb des Büros für unsere Zusammenarbeit bedanken. Ich wünsche den vielen Aktiven im Verein Asyl in der Kirche Berlin e.V. viel Mut und Kraft bei der Arbeit.

 

Irem Nur Yildiz
01.08.2017

 

« Zurück zur Übersicht