24.05.2017
Wanderausstellung: „Kinder spielen überall“ – Jetzt ausleihbar!

Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert und kann kostenlos ausgeliehen werden. Lediglich der Transport muss übernommen werden.

Die Ausstellung besteht aus 20 Bildern in der Größe 70 x 50 cm, einer Legende in der Größe A2 sowie 20 kleinen Tafeln (Bildbeschreibung). 

 

Wenn Sie die Ausstellung ausleihen möchten, dann wenden Sie sich bitte an Asyl in der Kirche Berlin e.V.
info@kirchenasyl-berlin.de,
Tel: 030 – 695 985 25

 

Den Fotografen erreichen Sie unter
www.tim-lueddemann.de
info@tim-lueddemann.de

 

Die Ausstellung ist an folgenden Daten verliehen und wird zu sehen sein in:

27.06. – 10.07.2017

Auferstehungskirche in Friedrichshain

Pufendorfstraße 11, 10249 Berlin

11.07. – 23.09.2017

Kirchenkreis Prignitz
(Pfarrsprengel Meyenburg und Wittenberge)

Genaue Informationen folgen

24.09. – 03.10.2017 Kirchenkreis Potsdam
Rudolf-Breitscheid-Straße 64
Beratungsfachdienst für Migrantinnen und Migranten
14482 Potsdam

 

KinderaufderFluchtPostkarte

Als sich im Sommer 2015 die Nachrichten von der Balkanroute überschlugen, wirkten Deutschland und der ganze Kontinent überfordert.

Wo kamen die ganzen Menschen her, die in dieser Migrationsbewegung auf einmal nach Europa wollten? Wie hatten es auf einmal so viele sein können und wie sollen wir das überhaupt schaffen?

So alarmistisch die Menschen in der EU reagierten, so wenig überraschend war die Entwicklung. Die Konflikte in Syrien, Afghanistan und dem Irak, die faktische Abschottung der westlichen Mittelmeerroute und die seit Jahren anwachsenden Zahlen von der Balkanroute, ließen Beobachter*innen seit Langem diese Entwicklung erahnen. Hätten Deutschland und die Europäische Union den Willen gehabt, man hätte die Menschen besser unterstützen und die Ereignisse weniger dramatisch ablaufen lassen können. So aber wirkte es wahlweise und unzutreffend wie eine „Fluchtwelle“, „-flut“ oder „-lawine“ – und nicht wie eine Migrationsbewegung schutzbedürftiger Menschen.

Bei all dieser Überforderung und den Ängsten geriet dabei in den Hintergrund, dass es keine Naturereignisse oder Objekte waren, die nach Europa kamen. Es waren und sind Menschen. Ausgestattet mit den individuellen Menschenrechten, mit denen wir uns alle gerne ausgestattet sehen. Leider ist ihre Inanspruchnahme durch die Bedingungen der Flucht verletzt worden.

Am sensibelsten sind dabei Kinder. Sie können die Ereignisse am wenigsten einordnen, sie besitzen die anspruchsvollsten Bedürfnisse und nehmen das Erlebte am längsten und intensivsten in ihrem Leben mit. Dass Europa als reichster Kontinent es nicht vermochte diese besonders Schutzbedürftigen zu versorgen und ihnen einen Zugang zu Schutz zu ermöglichen, ist eine besondere Schande für den selbst ernannten Kontinent der Menschenrechte.

Dennoch haben Kinder auch auf der Flucht ihre Kindheit weitergelebt, haben gespielt und gelacht – vor allen Dingen diese Perspektiven können mit der Kamera eingefangen werden. Die dunkleren Seiten spielen sich im Verborgenen ab. Sowohl für die Kamera, als auch für unsere Wahrnehmung. An diese Seiten müssen wir aber auch denken, wenn wir über Fluchterfahrungen sprechen und müssen dann besondere Sensibilität zeigen.

Aber gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass Kinder mit Fluchterfahrungen keine Aussätzigen oder Zurückgebliebenen sind. Sie sind und bleiben vor allen Dingen eins: Kinder mit unveräußerlichen Rechten.

Die vorliegenden Bilder sind im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 entstanden. Der Fotograf Tim Lüddemann porträtierte Familien und ihre Kinder auf ihrer beschwerlichen Flucht  durch die Balkanländer.

 

 

 

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